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Der Gender Pay Gap – einfach erklärt!

Photo by Kristopher Roller - Unsplash
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Der Gender Pay Gap beschreibt die Lohnlücke zwischen Frauen* und Männern. Genauer wird laut der Webseite equalpayday.de „als Gender Pay Gap oder geschlechtsspezifische Lohnlücke […] die prozentuale Differenz zwischen Männer- und Frauenlohn im Verhältnis zum Männerlohn bezeichnet.“

In Deutschland liegt diese laut dem Statistischen Bundesamt bei 21 Prozent, wenn man sich die durchschnittlichen Bruttolöhne anschaut. Eine von unserer Projekt-Teilnehmerin verfasste Seminararbeit stellt sogar einen Einkommensunterschied von 25,4% fest.

Dieser Lohnlücke liegen vor allem strukturelle Ursachen zu Grunde:

  • Gehaltsstrukturen fehlt die Transparenz. Oft bekommen Frauen* für die exakt gleiche Arbeit weniger Gehalt. Dies wird kaum sichtbar gemacht.
  • Typische „Frauen*berufe“ wie z.B. Sorgeberufe sind unterbewertet und werden niedriger bezahlt.
  • Frauen arbeiten seltener in Führungspositionen und sind in bestimmten Branchen fast gar nicht vertreten. Dies ist vor allem auf Barrieren bei der Vereinbarkeit von Familie und Karriere zurückzuführen und darauf, dass gängige Rollenstereotype innerhalb der Berufe immer noch die Berufswahl von Frauen* beeinflussen.
  • Sogenannte „Sorgearbeit“ wird größtenteils von Frauen* übernommen. Das heißt, dass Frauen* ihre Erwerbstätigkeit oft reduzieren oder unterbrechen, um sich um die Familie zu kümmern. Beispiele hierfür sind Elternzeit oder die Pflege von Angehörigen. Die Folgen sind ein erschwerter Einstieg zurück ins Berufsleben oder/und Einbußen bei der Lohn- und Einkommensentwicklung. Dies hat Auswirkungen bis ins Rentenalter.

Die soziale Kategorie Geschlecht ist allerdings nicht der einzige Grund von Lohnunterschieden. Denn Diskriminierung tritt vor allem intersektional auf. Das heißt durch eine Wechselwirkung von mehreren Ungleichheit generierenden Strukturkategorien. Soziale Kategorien wie Ethnizität, Alter, Behinderung, Sexualität, oder Klasse müssen daher mit gedacht werden.

Deswegen wollen wir an dieser Stelle auch darauf aufmerksam machen, dass viele Frauen* zusätzlich von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind. Alte Frauen*, trans* Frauen, Lesben, Frauen* mit Behinderung, Migrantinnen* oder Frauen* of Colour erfahren eine multiple Lohndiskriminierung und haben einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt. Denn die gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt wird leider immer noch durch rassistische, sexistische und diskriminierende Barrieren verhindert.

Weiterführende Literatur findet ihr hier:

 

 

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