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Heute ist der Internationale Tag gegen Homophobie, Biphobie und Transphobie!

Forward Pride Flag
Bild: Daniel Quasar

Heute vor 29 Jahren wurde Homosexualität von der WHO aus dem Diagnoseschlüssel ICD-10 gestrichen und gilt seitdem offiziell nicht mehr als Krankheit. Dennoch gibt es immer noch genug Diskriminierung, Verfolgung, Pathologisierung und Gewalt aufgrund der sexuellen Orientierung oder/und der geschlechtlichen Identität. Homosexualität wird in über 70 Ländern auf der Welt immer noch verfolgt und auch hier in Deutschland wird das selbstbestimmte Leben von Menschen immer noch tagtäglich in Frage gestellt.

Unter Gewalt ist nicht nur körperliche Gewalt zu verstehen, sondern ebenso seelische, verbale und/oder strukturelle Gewalt. Wir verweisen dabei auf das Gewaltverständnis von LesMigraS:

„Gewalt kann verschiedene Formen annehmen und beginnt nicht erst bei einer körperlichen Verletzung. Es gibt körperliche, psychische, ökonomische, verbale und sexualisierte Gewalt. Die Diskriminierung, Abwertung der eigenen Lebensweise, Belästigung oder verbale Anfeindungen sind alles Formen von Gewalt. Sie verletzen, schränken ein, verunsichern, hinterlassen psychische Narben und haben gesundheitliche sowie finanzielle Folgen.

Gewalt kann von Einzelpersonen, aber auch von Behörden und anderen Einrichtungen, wie Schulen oder Krankenhäusern, ausgeübt werden. Gewalt kann sich auch auf struktureller Ebene zeigen, indem der Zugang zu kulturellen, sozialen und ökonomischen Ressourcen der Gesellschaft verwehrt wird.“

Gewalt und Diskriminierung, die durch gesetzliche Regelungen entsteht, zeigt sich zum Beispiel am Transsexuellengesetz (TSG). In diesem werden trans* Menschen, die eine Geschlechtsangleichung wahrnehmen wollen als krank bezeichnet und zu einem psychologischen Begutachtung gezwungen. Aktuelle Infos zur Reform findet ihr beim BV trans* und eine Petition zum Thema auf change.org. Auch das Fehlen von anderen rechtlichen Personenständen als „männlich“ und „weiblich“ in vielen Staaten oder das eingeschränkte Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare sind Formen struktureller Gewalt.

Lasst uns am IDAHBOIT* ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Akzeptanz und Solidarität setzen! Für eine Vielfalt an Identitäten und eine gleichberechtigte, nicht-diskriminierende Teilhabe von trans*, inter* und queeren Menschen!

Homo-, Bi-, Trans*- und Inter*feindlichkeit können jedoch nicht ohne das Mitdenken von anderen Ungleichheiten und Diskriminierung betrachtet und angegangen werden. Jede Form von Rassismus, Sexismus, Ableism, Altersdiskriminierung, Homo-, Bi-, Trans*- und Inter*feindlichkeit ist Gewalt und es muss sich gegen alle Formen von Gewalt und Diskriminierung eingesetzt werden! LesMigraS hat eine sehr interessante Studie über Gewalt- und (Mehrfach-) Diskriminierungserfahrungen von lesbischen, bisexuellen Frauen und trans* Personen in Deutschland herausgegeben. Ebenso hat LesMigraS eine tolle Broschüre ausgearbeitet, in der Handlungsstrategien im Umgang mit Gewalt und Diskriminierung behandelt werden. Die Broschüre findet ihr hier.

Setzt euch mit dem Thema auseinander! Informiert euch! Seid solidarisch! Helft mit, Diskriminierungen sichtbar(er) zu machen!

💓Feiert die Liebe und feiert die geschlechtliche und sexuelle Vielfalt! 💓

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