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Bist doch nur ein Loch zum Ficken!

Ein Loch. Ein Loch, das lediglich dem Sexualakt dient bzw. einem „Fick“. Also ein besseres Beispiel für eine Objektivierung gibt es wohl nicht. Diesen Satz habe ich bereits vor einiger Zeit in einem Foto thematisiert. Doch mit diesem fühlte ich mich nicht richtig ausgedrückt. Es war schnell und spontan entstanden, dabei brauchte ich Zeit und Ruhe um das Gesagte noch einmal zu reflektieren.

Der Satz kam mir vor einigen Jahren von einem vermeintlichen Freund zu Ohren, vor versammelter Menschschaft einer Hausparty. Ich: pubertär, sexuelle Erfahrung gegen Null, Essstörung auf Hochtouren und demnach mein Körperbild vollkommen verzerrt. Die Worte hätten also eigentlich an mir abprallen können, doch sie gingen mit voller Wucht in mich und ließen mich versteinern. Dass Eifersucht und ein gekränktes Ego Anlass für eine solche Aussage mir gegenüber waren, spielte und spielt auch heute noch für mich keine Rolle. Es ist zwar eine Erklärung, aber in keinster Weise eine Rechtfertigung. Der Satz hat mich jahrelang geprägt und mein Sexualverhalten massiv beeinflusst. Egal wie ich mich mit wem eingelassen habe, der Satz war präsent, ob davor, währenddessen, danach: BistdochnureinLochzumficken! bistdochNUReinLOCHzumFICKEN!

Ich glaube nicht einmal, dass Menschen diese Worte hören müssen. Das Gefühl nur ein Loch zu sein, in das beliebig, ohne Bedacht auf die eigenen Bedürfnisse eben dieses personifizierten Loches kann auch ohne Worte vermittelt werden.

Ein nicht geachtetes Nein: Du bist doch nur ein Loch.
Kein Interesse an deinen Bedürfnissen: Du bist doch nur ein Loch.
Verletzungen psychischer und physischer Natur im Sexualkontext: Du bist doch nur ein Loch.

Ich kann dazu nur sagen, dass mich dieser Satz nicht mehr berührt. Heute prallen solche Worte ab und solche Gefühle nutze ich, um laut zu werden:

#notanobject!

Übrigens: wie kann man bitte ein Loch mit einem “nur” versehen. Löcher sind mega genial. Schwarze Löcher z.B. gehören zu den unglaublichsten Dingen in der Astronomie. Ein Mysterium. Sogar das Licht kann einem Schwarzen Loch nicht entkommen. Es verschlingt alles und wächst dadurch. Ich meine: whaaaat?
Das nächste Mal verschlinge also einfach die Eingeschränktheit dieser Menschen, indem ich laut werde und wachse auch noch daran!

PS: Bei diesem Foto habe ich mich von dem Cover eines Fotografiebuches inspirieren lassen, dass in dem Bücherregal meiner Eltern stand und mich in Kindertagen immer erschrocken und zugleich fasziniert hat; ebenso wie dieser Satz. (Das Buch: “Photographie des 20. Jahrhunderts – Museum Ludwig Köln” von 1996)

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