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Poly? Dann kannst du ja auch mich ficken

Ich lebe polygam. In den Augen einiger Menschen bin ich das, was man gemeinhin als „Schlampe“ bezeichnen würde. Und das wahrscheinlich schon, seit ich 16 bin. Damals hatte ich keine richtigen Begriffe oder Worte dafür, dass ich mich nicht auf eine*n Partner*in festlegen wollte. Ich wusste einfach, dass es so war und dass ich kein Problem darin sah, das auch (vor allem den jeweiligen Partner*innen gegenüber) offen zu kommunizieren. Erst mit dem Umzug nach Berlin und dem Kennenlernen theoretischer Konzepte rund um dieses Thema konnte ich benennen, was ich hier überhaupt genau mache.

Oftmals habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, wenn ich offen angesprochen habe, dass ich auch mit anderen Menschen Sex habe. Einige waren ob der Ehrlichkeit (positiv) überrascht. Für andere war diese Art der Kommunikation sowieso normal. Jedoch habe ich auch die Erfahrung machen müssen, eben als „Schlampe“ abgestempelt zu werden.

Wie es denn sein könne, dass ich mehrere (Sex-)partner*innen gleichzeitig habe? „Die können doch kaum alle damit einverstanden sein!“ Und überhaupt: „Dann fickst du doch eh jeden. Warum denn nicht auch mich?“ Den Begriff „Schlampe“ (oder eigentlich eher die englische Version „slut“) nutze ich übrigens mittlerweile als positive Selbstbezeichnung. Für mich bedeutet dieses Wort, offen dazu zu stehen, Spaß an Sex zu haben; ehrlich zu meinen (Sex-)partner*innen zu sein und sie als Menschen zu respektieren; sie eben auch als Menschen zu sehen und nicht als Humankapital, das es gilt sich anzueignen, um es zu besitzen.

 

 

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